«artsellingdot»
The artist re.to studied economics and graphic design at the University of Berne. Since 2003, he has been working exclusively with small orange-red glue dots (diameter: 8 mm) designating a sold piece of art in the art market. re.to has made these «artsellingdots» the material he works with.
Thousands of dots in public places
In his work, re.to sticks thousands of «artsellingdots» in public places, but also on walls in galleries and museums. These pieces of art are ephemeral and nonmarketable. The graduate economist playfully reflects the mechanisms of the art market and abstracts the glue dots from their original context by using large quantities of them without establishing a reference to actually sold works of art. It does not come as a surprise that his work is not for sale: An additional dot on his work would not be recognisable as an act of marketing.
Poetry and Warning
The red «artsellingdots» are bedazzling. They scintillate like fresh fallen snow, sparkle like snowflakes in the sunlight. They effuse a poetical hilariousness. The dots express high spirits and confer cheerfulness. But this purity and cheerfulness is also subject to fraction: The bright warning colour points to a significance beyond any dotted cheerfulness: Thousands of identical artificial flakes affect the contemplator in a thoroughly threatening manner and are suited to evoke associations to artificial, chemical snow or egalitarian cloning. re.to’s work offers the public a scene for easy fun at first sight; at a second glance however, the assembly of dots unveils an ambiguous denotation.
Within cultural activities, the function of the red glue dots was a very definite one up to now. The appearance of the artist re.to has changed this.
Text: Fanni Fetzer, Kunsthaus Langenthal

 
 
 
 
 
«Kunst-Verkaufspunkt»
Der Künstler re.to hat Betriebswirtschaft und Bildnerisches Gestalten studiert. Er arbeitet seit 2003 ausschliesslich mit kleinen orange-roten Klebepunkten (Durchmesser: 8 mm), die im Kunstmarkt ein verkauftes Werk kennzeichnen. Diese «Kunst-Verkaufspunkte» hat re.to zu seinem Arbeitsmaterial gemacht.
Tausende im öffentlichen Raum
In seinen Arbeiten klebt re.to die «Kunst-Verkaufspunkte» zu Tausenden in den öffentlichen Raum, aber auch auf Galerie- und Museumswände. Die Arbeiten sind vergänglich und unverkäuflich. Auf spielerische Art reflektiert der studierte Betriebsökonom die Mechanismen des Kunstmarktes und entzieht den Klebepunkten ihren Gehalt, indem er massenhaft davon verwendet, ohne einen Bezug zu tatsächlich verkauften Kunstwerken herzustellen. Es erstaunt nicht, dass seine Arbeiten unverkäuflich sind: Ein weiterer Punkt neben seinem Werk wäre nicht als Verkaufsmarketing zu erkennen.
Poesie und Warnung
Die roten «Kunst-Verkaufspunkte» blenden. Sie flimmern wie frischer Schnee, glitzern wie Flocken im Sonnenlicht. Sie verbreiten eine poetische Heiterkeit. Punkte sind Ausdruck guter Laune und verleihen Fröhlichkeit. Doch diese Reinheit und Heiterkeit wird in den Arbeiten des Künstlers auch gebrochen: Die leuchtende Warnfarbe verweist auf eine Bedeutung jenseits der gepünktelten Fröhlichkeit: Tausende identischer künstlicher Flocken wirken durchaus bedrohlich und können Assoziationen zu Chemieschnee oder gleichmachendem Klonen hervorrufen. re.to bietet dem Publikum mit seinen Arbeiten auf den ersten Blick leicht vergnügliche Orte. Beim zweiten Hinschauen kleben die Punkte mit zweischneidiger Bedeutung.
Innerhalb des Kunstbetriebs war die Funktion der roten Klebepunkte bisher eindeutig definiert. Mit dem Auftreten des Künstlers re.to hat sich dies geändert.
Text: Fanni Fetzer, Kunsthaus Langenthal